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TK 2 - Schutz schwacher Staaten

Mehr geben oder weniger nehmen?

 

Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag, lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein ganzes Leben“ – Schon Konfuzius wusste, dass Hilfe nicht gleich Hilfe ist und dass Unterstützung, so gut sie auch gemeint ist, fehlschlagen kann.

Spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts gehört Entwicklungshilfe zum guten Ton. Zahlreiche Projekte und Abkommen haben das Ziel, Entwicklungsländer zu fördern und das von ganz unterschiedlichen Seiten: Politik, Wirtschaft und NGOs rühmen sich der Weltrettung. Doch immer wieder hört man von Organisationen, denen doch mehr am eigenen Wohlergehen liegt, Spendengeldern die nicht ankommen, Projekten die ineffizient sind und staatlichen Geldern, die neben Entwicklungshilfe auch in Waffenproduktion, Unterstützung fraglicher Machthaber und Förderung zweifelhafter Unternehmen fließen. Vor diesem Hintergrund scheint die Befürwortung jedes Projektes, dass sich „Hilfe“ auf die Fahnen schreibt geradezu naiv. Daher wollen wir beim diesjährigen JuraForum staatliche, soziale und wirtschaftliche Hilfeleistungen kritisch hinterfragen. Kommt Hilfe tatsächlich dort an, wo sie benötigt wird? Inwieweit werden die vorhandenen Möglichkeiten ausgeschöpft? Wie viel der anfänglich positiven Motivation ist heute noch übrig und wie viel musste eigennützigen Intentionen weichen? Ist es heute vielmehr das Streben nach Profit, Selbstdarstellung und dem guten Gewissen, was hinter Hilfeleistung steht? Ist an der Zeit sich nach Alternativen umzuschauen? Wie sähen diese aus? Zu diesen und weiteren Fragen haben wir Referenten mit den unterschiedlichsten Hintergründen eingeladen, um uns von ihrer Arbeit zu berichten, sich euren kritischen Fragen zu stellen und gemeinsam an neuen Lösungswegen zu überlegen.