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TK 3

Liebe.
Partnerschaft.
Familie.

Das ist nicht immer so einfach - auch weil das BGB ein altmodisches Bild der Familie vermittelt.
Während der Mann für den Lebensunterhalt sorgt, kümmert sich die Frau um Kirche, Kind und Küche.
- die typische Hausfrauen-Ehe. Aber ist das noch zeitgerecht?

Dieses Standardmodell ist zwar auch noch existent, aber heute ist in Deutschland viel mehr möglich und üblich.
Seit der Entstehung des Familienrechts ist einiges geschehen: Menschen die in einer Wohngemeinschaft ähnlich für einander eintreten wie Familien, Patchwork-Familien, Homo-Ehe sowie die Spende von Eizellen oder Embryonen.
Auch durch die besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten für Frauen wurde dieser Wandel herbeigeführt und das nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten westlichen Welt. Ein Resultat dieser Entwicklung ist die abnehmende Relevanz der Ehe in den Augen vieler.
Und obwohl im Familienrecht mehr Reformen durchgeführt wurden als in allen anderen Bereichen des bürgerlichen Rechts, kommen viele Reformen zu spät und auch das aktuelle System stößt an seine Grenzen. Die neuen Formen von Familie und Partnerschaft lassen sich oft nicht unter die gängigen Definitionen subsumieren und daher bleiben viele Fragen offen.

Welche Rolle sollte die genetische Herkunft spielen?
Steht das verfassungsrechtlich geschützte Wohl des Kindes noch im Vordergrund oder werden die Interessen der Eltern darüber gestellt?
Auch die finanzielle Situation solcher Familien, die nicht in das klassische Bild passen, ist zu bedenken, da ihnen der Vorteil des steuerlichen Ehegattensplittings verwehrt bleibt.
Zwar wurden noch keine umfassenden Antworten auf diese und weitere Fragen formuliert, doch steht fest, dass das heutige Verständnis von Familie eine Weiterentwicklung fordert.

Dieser Themenkreis möchte nicht nur Bewusstsein schaffen, sondern auch erste Lösungsansätze für die aufgeworfenen Problematiken finden.
Ziel dabei soll es sein, die Interessen aller Beteiligten in Einklang zu bringen, um das Konzept von Familie und Partnerschaft auch in der Zukunft zu sichern.


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Referenten:

Dr. Konrad Duden
Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht (Lehrstuhl Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Jürgen Basedow), Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg
Alles für ein Kind? – Abstammung und Internationale Leihmutterschaft

Wolfgang Schwackenberg
Fachanwalt für Familienrecht, Notar
Familie und Recht, die Zuordnung von und Verantwortung für Kinder

Susanne Stratmann

Sandro Wiggerich
Leitung der Rechtsberatung des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) e.V.,  Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Professor Dr. Peter Oestmann, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte der Universität Münster

Dr. Petra Pheiler-Cox
Familienrichterin und Güterichterin für Familiensachen am Amtsgericht Münster

Prof. Dr. Katharina Hilbig-Lugani
Inhaberin des Lehrstuhls für deutsches, europäisches und internationales Privatrecht an der HHU Düsseldorf
Moderation 

Die Vortragsthemen können wegen kurzfristiger Änderungen von den o. g. Themen abweichen.