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TK 4 - Special Victims Unit

Opferschicksale: Ein Einblick in das Leben nach der Tat

Kalifornien: Eltern halten ihre 13 Kinder jahrelang gefangen (Stern 2018).

Häusliche Gewalt: Mehr registrierte Gewalttaten in Beziehungen (Zeit 2017).

Amoklauf in Emsdetten: „Es ist die Hölle auf Erden“ (FAZ 2006).

Affenlaute und Beleidigungen: Fußball-Deutschland hat ein Rassismus-Problem (Focus 2013).

Großbritannien: Erneut Selbstmord wegen Cyber-Mobbing (Spiegel 2009).

 

Ob man die Nachrichten im Fernsehen schaut, im Radio hört oder in der Tageszeitung liest - wesentlich häufiger werden wir mit schlechten Meldungen konfrontiert als mit guten. Täglich eine neue, erschütternde Schlagzeile scheint heutzutage Normalität zu sein. Dies wird auch durch den enormen Anstieg der Gewaltkriminalität deutlich. Im Jahr 2017 wurden mehr als 190.000 Gewaltverbrechen gemeldet. Dies macht einen Anstieg von 6,7 Prozent innerhalb der letzten zehn Jahre aus.

Wie gehen wir mit dieser Kriminalität um, die in allen Bereichen, sozialen Schichten und Regionen existiert? Oft erreicht uns nur, was mit den Tätern geschieht, ob sie verurteilt und von staatlicher Seite für ihre Tat verantwortlich gemacht wurden. Über die Opfer der Straftaten und ihre Angehörigen erfährt man nur wenig. Dabei ist es mindestens genauso wichtig zu erfahren, wie mit ihnen umgegangen wird und welche präventiven Maßnahmen zu ihrem Schutz möglich sind. Und genau das soll das Ziel unserer Gespräche und Diskussionen sein.

Hierbei richten wir unseren Fokus auf einen breit gefächerten Opferbegriff, der nicht nur die Opfer physischer Straftaten umfasst, sondern beispielsweise auch häusliche Gewalt, Mobbing, Cybercrime und Rassismus einschließt. Es soll deutlich werden, dass jeder zum Opfer werden kann und möglicherweise auf Hilfe von außen angewiesen ist. 

Um diese Hilfe zu gewährleisten, bedarf es einer interdisziplinären Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen. Psychologen, Zeugenschutzbeauftragte, Sozialarbeiter, Freiwillige in Hilfseinrichtungen, wie zum Beispiel in Frauenhäusern, und andere Ansprechpartner sind täglich im Einsatz. Sie nehmen sich für die Betroffenen Zeit, haben ein offenes Ohr und sorgen für Sicherheit. 

Auch für Juristen ist es besonders wichtig nicht nur im eigenen Tätigkeitsbereich zu agieren, sondern die Arbeitsweise der verschiedenen Berufsgruppen beim Opferschutz miteinzubeziehen. 

Deshalb müssen wir uns fragen: 

Wie können Juristen dazu beitragen, dass ein bestmöglicher Opferschutz stattfindet? Welche präventiven Tätigkeitsfelder sollte man als Jurist kennen? Mit wem lohnt eine ausführliche Zusammenarbeit? Was geschieht mit den Opfern nach einem Gerichtsurteil?